Ryanair-Flug stornieren und Erstattung erhalten 2022: eine Zusammenfassung

Auf dieser Seite erfahren Ryanair-Kunden alles Wissenswerte zur Flugstornierung und zur Erstattung, die für jedes ungenutzte Ticket verlangt werden kann. Dazu liefern wir übersichtliche Erklärungen zu jedem der folgenden Punkte sowie eine Zusammenfassung als Video:

Wie man Ryanair-Flüge storniert/umbucht
Wie viel Ticketerstattung Ryanair schuldet
Wie man sein Geld zurückbekommt

Die Abschnitte zu den einzelnen Fragen behandeln dabei jeweils auch die 2021 und 2022 geltenden Besonderheiten bei Ryanair-Flügen während der Corona-Pandemie.

Zudem haben wir eine Checkliste erstellt, die Sie schrittweise durch den Prozess zur Stornierung und anteiligen Erstattung des Buchungspreises führt. Darüberhinausgehende Fragen beantwortet das FAQ am Schluss des Artikels.

1. So stornieren Sie Ihre Buchung

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2. So viel Rückerstattung steht Ihnen zu

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3. So erhalten Sie eine Ticketerstattung

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4. Unser Erklärvideo zum Stornieren von Ryanair-Flügen

Überblick mit allen wichtigen Informationen zur Stornierung eines Ryanair-Fluges

Die wichtigsten Empfehlungen rund um die Stornierung von Ryanair-Flügen haben wir für Sie in einer Checkliste zusammengestellt. Mit den folgenden drei Schritten gelangen Sie schnell und sicher zur Stornierung Ihres Tickets sowie zur anteiligen Rückerstattung des Buchungspreises:

Ryanair-Flug Infografik Schritte zur Stornierung

1. Stornierung des Fluges

Um zu stornieren, reicht es, einen Ryanair-Flug einfach nicht anzutreten. Eine Benachrichtigung der Airline ist nicht erforderlich. Laut Ryanairs Webseite müssen Kunden die Stornierung vor Abflug nicht mitteilen. Grund dafür ist, dass Ryanair nach eigener Aussage ohnehin freiwillig keine Erstattung des Buchungspreises auszahlt und deshalb keine rechtzeitigen Informationen hierfür benötigt. Während der Corona-Pandemie galten diesbezüglich keine abweichenden Sonderregeln. Zeitweise bestanden zwar zumindest flexiblere Umbuchungsmöglichkeiten. Diese Sonderkonditionen sind inzwischen aber ausgelaufen.

Übrigens: Nimmt man einen Flug nicht wahr, bleiben die Reservierungen für Rückflüge und andere gebuchte Verbindungen weiterhin gültig.

2. Berechnung des erstattungsfähigen Teils des Ticketpreises

Entgegen Ryanairs Behauptungen haben Reisende bei einer eigenen Stornierung einen gesetzlichen Anspruch auf Erstattung der im Flugpreis eingerechneten Steuern und Gebühren. Diese betragen zum Beispiel allein für Flugstrecken aus Deutschland meist über 30€ pro Person. Ryanair schuldet Finanzämtern und Flughäfen solche Steuern und Gebühren aber nur für Passagiere, die tatsächlich mitfliegen. Storniert ein Kunde seinen Flug, erspart die Airline die Beträge und muss sie ihm deshalb erstatten.

Die in Ihrem Ticketpreis enthaltenen Steuern und Gebühren finden Sie mitunter als Einzelposten aufgelistet in der Buchungsbestätigung oder Ticketrechnung Ihrer Flugverbindung. Bei Direktbuchungen bei Ryanair fehlen die Angaben an dieser Stelle jedoch häufig. Sollten Sie also nicht fündig werden, nutzen Sie alternativ gerne den kostenlosen Online-Rechner unseres Fluggastportals Ersatz-Pilot, um die genaue Höhe der erstattungsfähigen Kosten für Ihren individuellen Flug automatisch zu ermitteln. Die Verwendung des Rechners ist unverbindlich und verpflichtet nicht zur Beauftragung von Ersatz-Pilot.

3. Durchsetzung des Rückerstattungsanspruchs

Ryanair bietet freiwillig lediglich an, auf Antrag die staatlichen Steuern des Abfluglandes eines stornierten Fluges zu erstatten. Den übrigen Flugpreis samt aller sonstigen Abgaben und Gebühren erklärt Ryanair für nicht erstattungsfähig. Außerdem verlangt die Airline für den Erstattungsvorgang eine Verwaltungsgebühr von 20€ pro Fluggast. Ist der zu erstattende Betrag niedriger als die Verwaltungsgebühr, wird überhaupt keine Erstattung ausgezahlt.

Damit unterschreitet Ryanair zumindest bei Reisen aus und nach Deutschland die gesetzlichen Ansprüche. Zu deren Erfüllung, das heißt zur Rückzahlung des Buchungspreises in Höhe sämtlicher unverbrauchter Steuern und Gebühren können Sie Ryanair jedoch eigenständig mit unserem kostenlosen Musterschreiben auffordern. Bedenken Sie aber, dass Ryanair außergerichtlichen Forderungen nach unseren Erfahrungen selten nachkommt.
Musterschreiben zur Ticketerstattung

Unser Fluggastportal schafft eine sichere Alternative hierzu, mit der Flugreisende schnell und einfach an die ihnen zustehende Erstattung gelangen. Ersatz-Pilot leistet Direktzahlungen auf Ticketpreise bis zur Höhe der bei Stornierung ersparten Steuern und Gebühren abzüglich einer moderaten Provision von 17-20% (einschließlich Mehrwertsteuer). Um unsere Direkterstattung von 80-83% der Ihnen gesetzlich zustehenden Rückzahlung zu beantragen, können Sie unverbindlich unseren Entschädigungsrechner verwenden.
Kostenlos Direkterstattung prüfen

Zu den jeweiligen Schritten zur Flugstornierung und Rückerstattung liefern die einzelnen Folgeabschnitte dieses Artikels nähere Informationen. Damit unser Entschädigungsrechner den rückzahlungsfähigen Betrag in Ihrem konkreten Fall kostenfrei prüfen kann, ist es Ihnen außerdem möglich, unten die Nummer und das Datum eines stornieren Fluges einzugeben:

Muss man Ryanair zur Flugstornierung Bescheid sagen und, wenn ja, wie?

In diesem Abschnitt erläutern wir der Reihe nach,

1. ob und wie Sie Ryanair Ihre Flugstornierung mitteilen müssen;

2. welche Stornierungsbedingungen gelten;

3. wann und wie Sie bei Ryanair eine Umbuchung vornehmen können.

1. Wege zur Stornierung von Ryanair-Flügen

Ryanair stellt keine besonderen Möglichkeiten dazu bereit, um das Unternehmen über eine Stornierung von Tickets zu benachrichtigen. Umgekehrt besteht hierzu nach den AGB und den Angaben auf der Webseite der Airline jedoch gar keine Pflicht, wenn man einen Flug nicht antreten will. Ein Ryanair-Kunde muss seine Reise nicht ausdrücklich stornieren – weder über das Online-Benutzerkonto noch per Mail oder telefonisch. Schriftliche Mitteilungen an die Airline oder Anrufe hierzu sind sogar unerwünscht. Zur Absage genügt es, einen Ryanair-Flug einfach nicht wahrzunehmen. Checken Sie also gar nicht erst ein und erscheinen Sie nicht zur Flugzeit am Gate. Damit haben Sie Ryanair bereits ausreichend über Ihre Stornierung informiert.

Es besteht auch keine Notwendigkeit zur ausdrücklichen Stornierung, um sich den Anspruch auf Ticketerstattung zu bewahren, die jedem Ryanair-Kunde aus Deutschland zusteht. Hierauf haben Sie in jeder Buchungsklasse bereits dann ein Recht, wenn Sie einfach nicht mitfliegen. Dazu erläutert der nächste Abschnitt noch genauer, warum und in welcher Höhe Ihnen stets eine anteilige Rückzahlung des Flugpreises gesetzlich zusteht. Beachten Sie aber: Ryanair zahlt den Flugpreis nicht automatisch zurück. Sie müssen die Ticketerstattung eigenständig anfordern (hierzu gleich mehr unter 2.).

Mitgebuchte Rückflüge bleiben von der Stornierung eines Hinfluges mit Ryanair übrigens unberührt. Sie können normal angetreten werden, ohne dass Sie der Airline gesondert Bescheid sagen müssen, wenn Sie den Hinflug nicht antreten. Stattdessen müssen Sie bloß für den Rückflug gesondert einchecken und sich rechtzeitig am Flugsteig des Abflugortes einfinden. Ansonsten sind keinerlei zusätzliche Vorkehrungen erforderlich, wenn man vorher an einem anderen Flug derselben Buchung nicht teilnimmt.

Ryanair rät Kunden, insbesondere von Anrufen zu Änderungen an einer bestehenden Buchung abzusehen. Ryanairs Hotline ist für Umbuchungen oder Stornierungen eines Fluges nicht vorgesehen. Sie steht stattdessen nur für die Belange hilfsbedürftiger Personen zur Verfügung, die mit Ryanair reisen möchten. Jeder Anruf der auf Ryanairs Kontaktseite aufgeführten Telefonnummer kostet zudem 0,20€ aus dem Festnetz und 0,60€ aus dem Mobilfunknetz. Auch Telefonflatrates decken die Anrufkosten möglicherweise nicht ab.

Besonderheiten können gelten, wenn man sein Ticket über einen Drittanbieter gebucht hat (z.B. in einem Reisebüro oder über ein Buchungsportal). Hier ist diese Buchungsstelle auch der richtige Ansprechpartner für die Stornierung. Wenn Sie den Drittanbieter nicht über die Stornierung benachrichtigen, entstehen eventuell Kosten oder Probleme mit dem Rückflug. Auf welchem Wege eine Stornierung möglich ist, hängt vom Anbieter ab, bei dem gebucht wurde. Informationen zu den Stornierungsregeln sind regelmäßig auf der jeweiligen Homepage des Buchungsportals hinterlegt.  Meistens lässt sich eine Stornierung mit wenigen Klicks online vornehmen. Oft findet sich der entsprechende Link auch in der ursprünglichen E-Mail mit der Buchungsbestätigung.

Bei gängigen Vermittlungsportalen wie booking.com und opodo entstehen unseres Wissens nach allerdings keine Strafgebühren, wenn Kunden ihnen nicht melden, dass sie einen darüber gebuchten Ryanair-Flug nicht antreten. In solchen Fällen bleibt es bei den Vorgaben Ryanairs und es genügt für die Stornierung folglich, nicht einzuchecken und nicht zum Boarding zu erscheinen.

2. Welche Konditionen knüpft Ryanair an die Stornierung?

Abgesehen von den Regeln zur Ticketerstattung sind Ryanairs Stornierungsbedingungen recht simpel. Für die Absage eines Fluges muss man keine bestimmte Frist oder Form einhalten. Man muss auch keine Stornierungsgebühren nachzahlen, wenn man nicht mitfliegt.

Gleichzeitig ist Ryanair aber nur eingeschränkt bereit, den bereits gezahlten Flugpreis von sich aus zu erstatten. Einen gewissen Teil des Ticketpreises muss die Airline trotzdem in jedem Fall zurück zahlen. Häufig sind es über 30 Euro pro Flugstrecke und Person. Das gilt grundsätzlich auch für günstige Tickets der Tarife „Value“ und „Regular“. Der genaue erstattbare Betrag hängt aber von der konkreten Buchung ab. In einem weiter unten folgenden Abschnitt widmen wir uns deshalb noch näher der Frage, bis zu welcher Höhe genau man den Buchungspreis für stornierte Ryanair-Flüge zurückverlangen kann.

Um Ihren Anspruch auf Ticketerstattung geltend zu machen, müssen Sie Ryanair gesondert auffordern – zum Beispiel per E-Mail. Dafür stellen wir ein kostenloses Musterschreiben bereit.
Musterschreiben zur Ticketerstattung

Alternativ können Sie auch Ersatz-Pilots Dienst nutzen. Sie erhalten von uns nach Beauftragung sofort eine Direktzahlung von 80-83% der Flugpreiserstattung, die Ihnen zusteht. Im Gegenzug kümmern wir uns ohne Aufwand und Kostenrisiko für Sie um die Auseinandersetzung mit der Airline.
Kostenlos Direkterstattung prüfen

Weitere Informationen zum Einfordern der Ticketerstattung finden Sie im verlinkten Abschnitt des Artikels weiter unten.

3. Umbuchung als Alternative?

Generelle Voraussetzungen der Umbuchung

Möchte ein Reisender seinen Flug bloß verschieben und plant, ihn in nächster Zeit nachzuholen, ergibt sich als mögliche Alternative zu einem Nichtantritt mit anschließender anteiliger Erstattung die Umbuchung. Bis zu 2,5 Stunden vor Flugantritt können Flugdatum, Flugzeit und Flugstrecke eines jeden Fluges mit Ryanair geändert werden – vorausgesetzt, der Passagier hat noch nicht eingecheckt.

Ändern lässt sich die Buchung im Vorfeld der Reise am leichtesten auf einem der folgenden drei Wege:

1. Online im MyRyanair-Account. Änderungen lassen sich online im MyRyanair-Benutzerkonto vornehmen. Aufrufen lässt sich dieses über den Menüpunkt „Einloggen“ auf der Ryanair-Webseite.

2. Online ohne Login ins Kundenkonto. Dazu reicht es, unter dem Menüpunkt „Buchung“ auf der Ryanair Webseite die Schaltfläche „Reservierungsnummer“ anzuklicken und sodann seine Buchungsnummer und die bei Buchung hinterlegte E-Mail-Adresse einzugeben. Die Buchungsnummer ist ein sechsstelliger-Code, der jeder Buchung individuell zugewiesen wird. Er lautet zum Beispiel „BAF6GB“ und ist nicht zu verwechseln mit der Flugnummer, die sich aus dem IATA-Code der Airline Ryanair („FR“) und einer zwei- bis vierstelligen Zahl zusammensetzt. Ihre Buchungsnummer finden Sie in Ihrer Buchungsbestätigung, die Sie nach dem Buchungsvorgang per E-Mail erhalten. Sie ist darin ausdrücklich als solche bezeichnet.

3. in der MyRyanair-App. Wer sich die MyRyanair-App auf dem Smartphone eingerichtet und sie mit seinem MyRyanair-Konto verknüpft hat, kann dort direkt auf seine Buchungen zugreifen. Dazu wählt der Nutzer unter „Meine Reisen“ die jeweilige Buchung aus, um sie über die entsprechenden Schaltflächen zu verwalten.

Nachdem Sie Ihre Buchung aufgerufen haben, ist es möglich, unter dem entsprechenden Punkt auf der Benutzeroberfläche Änderungen vorzunehmen.

Innerhalb der ersten 24 Stunden nach Buchung können auf diesem Wege kleinere Änderungen kostenlos korrigiert werden. Anpassen lassen sich auf diesem Wege einerseits die Flugzeit und andererseits die Flugrichtung. Start- und Zielflughäfen können also getauscht werden. Die Auswahl eines anderen Reiseziels dagegen ist selbst kurz nach Abschluss der Buchung nicht mehr kostenfrei zulässig. Auch eine Änderung der eingetragenen Passagiere oder eine komplette Stornierung der Reise erlaubt Ryanair selbst während der ersten 24 Stunden nach Buchung nicht unter vergünstigten Konditionen.

Nach Ablauf der ersten 24 Stunden nach Buchung gestattet Ryanair sodann jegliche Änderung der Flugdaten nur noch gegen Gebühr. Pro Fluggast und Flugstrecke betragen die Umbuchungskosten bei Ryanair grundsätzlich 45€. Bei einer telefonischen Umbuchung beträgt die Gebühr sogar 60€ pro Passagier und Strecke. Eine Umbuchung ist bei Ryanair infolgedessen häufig mindestens genauso teuer wie die komplette Neubuchung eines Fluges. Es lohnt sich deshalb, bei einer Planänderung zu prüfen, ob Sie die Buchung nicht günstiger ändern können, indem Sie zur gewünschten Zeit neue Flüge buchen, die ursprüngliche Buchung stornieren und danach den erstattungsfähigen Teil des Ticketpreises zurückfordern.

Je nach gewähltem Buchungstarif gibt es hierzu noch eine geringfügige Ausnahme: Buchen Sie einen Flug im Tarif „Flexi Plus“, entstehen Ihnen keine Gebühren, wenn Sie auf eine Flugverbindung am Tag vor oder am Tag nach dem ursprünglich gebuchten Flugdatum umbuchen (Ziffer 5.4 der Ryanair-AGB). Ansonsten greifen aber auch hier die üblichen Umbuchungskosten, wenn die Buchung zum Beispiel auf eine Verbindung geändert werden soll, die zwei Tage vor oder nach dem ursprünglich gewählten Flugdatum stattfindet.

Corona-Sonderregel zur Buchungsänderung

Daneben sind Abweichungen von den generellen Regeln zur Umbuchung nur ausnahmsweise im Rahmen von Sonderaktionen denkbar. Hierfür ist uns nur ein Beispiel bekannt. Infolge der Corona-Pandemie ermöglichte es Ryanair bei Buchungen bis zum 30.09.2021, kostenfrei auf einen anderen Flug vor dem 31.12.2021 umzubuchen (so die Spezial-AGB „Keine Änderungsgebühr“ von Ryanair). Diese bisherige Sonderaktion ist aber ausgelaufen.

Aktuell gelten bei Ryanair keine vergleichbaren Sonderkonditionen mehr (Stand: 28.04.2022). Auch wer kurzfristig an COVID-19 oder anderweitig erkrankt und deshalb seinen Flug absagen muss, erlangt lediglich den gesetzlichen Anspruch zur Rückerstattung von Steuern und Gebühren (dazu im nächsten Abschnitt mehr). Darüber hinausgehende Rechte zur vergünstigten Umbuchung oder Rückerstattung stehen Betroffenen nicht zu. Solche ergeben sich selbst dann nicht, wenn der jeweilige Reisende wegen gesetzlicher Quarantäne-Verpflichtungen den Flug gar nicht antreten darf, obwohl er vielleicht wollte.

Im Übrigen gilt bei sämtlichen Buchungsänderungen: Ist der neue Flug teurer, muss der Passagier die Differenz zum bisherigen Buchungspreis nachzahlen. Dieser Aufpreis fällt wohlgemerkt zusätzlich zu den Umbuchungsgebühren an. Bei einem günstigeren Flug erfolgt hingegen keine Gutschrift des überschüssig gezahlten Betrages. Insbesondere eine Verrechnung mit den Umbuchungskosten findet nicht statt.

Umfang der Ticketpreiserstattung bei Ryanair

Ryanair Infografik - erstattungsfaehige Teile des Buchungspreises

Findet ein Flug mit Ryanair statt und nimmt bloß ein einzelner Fluggast diesen nicht wahr, sieht das Unternehmen grundsätzlich keinerlei Erstattungen vor. Von seinem Flugpreis für stornierte Tickets erhält ein Reisender freiwillig von Ryanair in der Regel also nichts zurück. Als Rechtfertigungsgrund nennt die Airline die knappe Preiskalkulation zum Vorteil des Kunden. Lediglich die im Flugpreis enthaltenen staatlichen Steuern des Abfluglandes zahlt Ryanair von sich aus unter bestimmten Voraussetzungen mit Abstrichen zurück (mehr dazu unter 1.).

Ausnahmen macht die Fluggesellschaft lediglich unter Umständen im Krankheits- oder Todesfall des Reisenden oder bei coronabedingten Reisebeschränkungen (mehr dazu unter 3. und 4.). Hier sind gegebenenfalls höhere Erstattungsbeträge denkbar. Auch außerhalb solcher Sonderfälle haben Fluggäste bei Stornierungen einen gesetzlichen Mindestanspruch auf anteilige Rückerstattung aller im Ticketpreis enthaltenen Steuern und Gebühren (mehr dazu sogleich unter 2.).

1. Reguläre freiwillige Erstattung von Ryanair

Tritt man einen Flug nicht an und erscheint nicht am Flugsteig, hat man laut Ryanairs AGB immerhin noch Anspruch auf Erstattung der im Flugpreis inbegriffenen Luftverkehrssteuern. Je nach Abflugland der Verbindung variieren diese Flugnebenkosten in ihrer Höhe. Für alle aus Deutschland startenden Flüge innerhalb der EU werden derzeit beispielsweise 12,77€ pro Person und Flug fällig. 2021 lag der Wert etwas höher bei 12,88 € pro Kopf. Der Betrag ergibt sich jeweils aus § 1 der Luftverkehrsteuer-Absenkungsverordnung, die jährlich angepasst wird. Für längere Flugstrecken gelten sogar höhere Steuersätze. Bei Ryanair betrifft dies vor allem Flüge nach Israel und Ägypten. Für sie beträgt die im Ticketpreis eingerechnete Luftverkehrsabgabe seit 1.1.2022 32,35€ pro Passagier.

Der zur Erstattung benötigte Antrag kann online über die Homepage von Ryanair gestellt werden. Die relevante Unterseite ist aber schwer auffindbar. Wir verlinken das Antragsformular deshalb hier. Nach Angaben zu Flug, Umständen und Kontaktdaten des Antragstellers, wird der Antrag durch die Airline bearbeitet.

Doch Achtung: Für die Bearbeitung des Antrags auf Erstattung der staatlichen Luftverkehrssteuer erhebt Ryanair eine Verwaltungsgebühr von 20€ pro Person und Flug. So sieht es zumindest Artikel 4.2.1 der AGB vor (zur Wirksamkeit dieser Klausel unten mehr). Liegt die Höhe des erwarteten Erstattungsbetrages (wie fast immer) unterhalb dieser Gebühr, zahlt die Airline freiwillig keine Erstattungen aus. Alle Flüge aus Deutschland in das EU-Ausland fallen beispielsweise in diese Kategorie.

Doch damit nicht genug:

Weitere bei Stornierung seitens der Fluggesellschaft ersparte passagierbezogene Flugnebenkosten wie beispielsweise Flughafengebühren und Treibstoffzuschläge erstattet Ryanair von sich aus dagegen nicht, da sie angeblich zuvor nicht auf den Flugpreis umgelegt wurden.

Fazit: Freiwillig zahlt Ryanair bei Flugstornierung fast nie etwas zurück und, wenn ausnahmsweise doch, dann deutlich weniger als die Summe aller Steuern und Gebühren (die Reisenden gesetzlich zusteht; dazu gleich mehr unter 2.).

2. Gesetzlicher Erstattungsanspruch des Fluggastes bei Stornierung

Abseits von ein paar Ausnahmefällen bietet Ryanair stornierenden Reisenden höchstens eine Erstattung der staatlichen Luftverkehrssteuer. Und selbst die Auszahlung dieses geringen Betrags unterbleibt häufig, weil die Bearbeitungsgebühren von Ryanair die Höhe des Wertes übersteigen, zu dessen Rückzahlung die Airline freiwillig bereit wäre. Doch muss sich der Fluggast wirklich bereits damit zufriedengeben? Oder kann er möglicherweise weitere Ansprüche geltend machen?

Um eventuelle darüberhinausgehende Forderungen eines Ryanair-Kunden bei Stornierung zu ermitteln, ist es zunächst wichtig zu wissen, woraus sich solche überhaupt ergeben.

a. Grundlagen: Was ist von Gesetzes wegen zu erstatten?

Insbesondere im Billigflugsegment setzt sich der Buchungspreis zu einem hohen Prozentsatz aus Beträgen zusammen, die die Fluggesellschaft nur bei tatsächlicher Beförderung als Steuern und Gebühren pro Passagier abführen muss. Damit ist – anders als Ryanair es darstellt – mehr gemeint als die reine Luftverkehrssteuer, die die Fluglinie freiwillig gegen Gebühr rückerstattet. Es handelt sich um sämtliche Flugnebenkosten, die einem Luftfahrtunternehmen nur für tatsächlich an einem Flug teilnehmende Personen entstehen.

Dazu zählen beispielsweise auch Entgelte für Sicherheitskontrollen oder Flughafengebühren. Die Summe solcher Steuern und Gebühren beläuft sich meistens selbst auf innereuropäischen Flügen mit Start in Deutschland auf über 30 € pro Fluggast. Den entsprechenden Teil des Ticketpreises muss die Airline nur dann an Behörden und Flughäfen weiterleiten, wenn ein Passagier tatsächlich mitfliegt:

Denn die Abflugländer erheben im Regelfall bloß in diesem Fall Steuern – in Deutschland zum Beispiel die Luftverkehrabgabe von 12,77 € pro Person für Flüge in der EU und 32,35 € für weiter entfernte Ziele wie Ägypten. Hinzu kommen die Kosten für die Sicherheitskontrolle (in Deutschland beträgt die Luftsicherheitsgebühr beispielsweise je nach Startflughafen typischerweise 8-10€ pro kontrollierte Person). Für die Abfertigung der Passagiere berechnen des Weiteren Flughäfen den Airlines Gebühren. In Deutschland fallen je nach Startflughafen ca. 5-20€ an – in Düsseldorf z.B. etwa 16€, in Frankfurt über 19€ und in München sogar 20,84€ (Stand: 28.04.2022). Fluggesellschaften wie Ryanair müssen diese Beträge aber nur für solche Reisenden entrichten, die tatsächlich einen Flug wahrnehmen. Sonst hat der Flughafen nämlich weniger Aufwand.

Alle diese Beträge zahlt ein Reisender aber bei seiner Buchung als Teil seines Buchungspreises automatisch mit – egal, ob er letztlich fliegt und die Steuern und Gebühren wirklich von Ryanair abzuführen sind.

Nimmt ein Fluggast seine Verbindung nicht wahr, spart die Fluggesellschaft also das Geld für die besagten Flugnebenkosten ein. Um nicht ungerechtfertigt bereichert zu werden, ist die Airline deshalb gemäß gemäß §§ 812, 648 BGB verpflichtet, den jeweiligen Betrag an den stornierenden Kunden zurückzuzahlen. Grund dafür ist, dass die Fluggesellschaft durch die Kündigung des Beförderungsvertrages eines Passagiers nicht bessergestellt werden darf, als sie bei Vertragsdurchführung stünde.

Zu einer Ersparnis der Flugnebenkosten kommt es im Übrigen selbst dann, wenn ein Fluggast ohne Stornierung einfach nicht zu seinem Flug erscheint. Denn auch dann fallen die besagten Steuern und Gebühren einer Fluggesellschaft per Definition nicht zur Last.

b. Nicht erstattungsfähige Bestandteile des Flugpreises

Der gesetzliche Erstattungsanspruch umfasst aber nicht den gesamten Flugpreis.

Nicht zu erstatten ist insbesondere der Preis für diverse Nebenleistungen, die die Airline erbringt und die bei Durchführung der Beförderung keinen nennenswerten Mehraufwand verursachen. Denn hier erspart Ryanair auch nichts, wenn ein Reisender den Flug nicht antritt. In diese Kategorie fallen Gebühren für das Priority-Boarding, die Mitnahme von Gepäck und Sitzplatzreservierungen. Die Höhe solcher Positionen übersteigt bei Weitem den damit verbundenen Aufwand, den Ryanair bei einer Stornierung erspart. Der Aufwand beispielsweise, einen Sitzplatz elektronisch im System zu reservieren, statt ihn einfach einem Passagier vor dem Boarding automatisch zuzuweisen, ist für die Airline letztlich unerheblich. Stattdessen bemisst Ryanair die Gebühren für Zusatzleistungen vor allem deswegen deutlich höher, weil das Unternehmen dadurch zu Marketing-Zwecken im Gegenzug den Basisflugpreis für die reine Personenbeförderung kleinrechnen und seine Tickets besonders günstig erscheinen lassen kann.

Ähnliches gilt für Gebühren, die für Leistungen berechnet werden, die schon vor der eigentlichen Reise erbracht werden. Dazu zählen Vermittlungsprovisionen von Reiseportalen sowie Bearbeitungsgebühren von Ryanair für die bloße Bestätigung der Buchung. Solche Gebühren werden bei Stornierung nicht erspart, weil die dadurch vergütete Gegenleistung bereits im Zuge der Buchung erfolgt (indem diese zustande kommt).

c. Berechnung des gesetzlichen Erstattungsanspruchs im konkreten Fall

Die genaue Höhe ihres Erstattungsanspruchs finden Reisende grundsätzlich in der Buchungsbestätigung oder der Rechnung für den jeweiligen Flug. Die EU-Verordnung Nr. 1008/2008 schreibt in Artikel 23 nämlich vor, dass neben dem Gesamtpreis eines Fluges die Einzelpositionen von Steuern und Gebühren offenzulegen sind. Zumindest bei Direktbuchungen bei Ryanair fehlen diese Angaben in der Buchungsbestätigung dennoch häufig – anders als etwa bei Lufthansa oder Eurowings. Wie folgendes Beispiel zeigt, nennen die Reiseunterlagen von Ryanair regelmäßig nur den Gesamtpreis einer Buchung, ohne ihn weiter aufzuschlüsseln:

Beispiel Buchungsbestätigung Ryanair Flugpreis

Geben die Reiseunterlagen keinen Aufschluss über Steuern und Gebühren im Ticketpreis eines stornierten Fluges, können Sie den Betrag aber selbstständig errechnen. In welcher Höhe pro Flug verschiedene Steuern und Gebühren anfallen können, erläutert Ihnen die allgemeine Aufstellung in unserem verlinkten Artikel.

Alternativ können Sie den erstattungsfähigen Betrag automatisch für einen bestimmten Flug ermitteln lassen, indem Sie unseren kostenlosen Online-Rechner verwenden. Anhand der Reisedaten im Formular ermittelt unsere Web-App automatisch unverbindlich die im Ticketpreis enthaltenen Steuern und Gebühren, für die ein Anspruch auf Erstattung besteht. Das Ergebnis der Prüfung wird Ihnen direkt online angezeigt. Nicht erforderlich ist eine vorherige Beauftragung von Ersatz-Pilot oder die Eingabe von Personen- oder Kontaktdaten.
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d. Versuche der Beschränkung des Erstattungsanspruchs durch Ryanair

Ryanair versucht mit diversen AGB, den besagten gesetzlichen Erstattungsanspruch auszuhöhlen. Gleichwohl haben etliche deutsche Gerichte bereits festgestellt, dass Ryanairs vertragliche Beschränkungen zur Erstattung der Steuern und Gebühren bei Stornierung in den AGB des Unternehmens unwirksam sind (siehe zum Beispiel Oberlandesgericht Köln, Beschluss vom 29.01.2021, Aktenzeichen 9 U 184/20; Landgericht Köln, Urteil vom 17.07.2020, Aktenzeichen 25 O 212/19; Amtsgericht Erding, Urteil vom 24.06.2020, Aktenzeichen 9 C 6697/19; Landgericht Baden-Baden, Teilurteil vom 27.10.2019, Aktenzeichen 2 O 287/19).

Für unzulässig halten die Richter auch die hohen Bearbeitungsgebühren von 20 € pro Person und Flug. Gerade in Verbindung mit der Weigerung, mehr als die Luftverkehrssteuern zu erstatten, führen diese regelmäßig dazu, dass Ryanairs AGB eine Rückzahlung effektiv ausschließen. Demgegenüber bestätigen die Gerichte, dass Kunden der gesetzliche Mindestanspruch auf Rückzahlung unverbrauchter Steuern und Gebühren trotz dessen zusteht. Airlines wie Ryanair scheinen dennoch damit zu rechnen, dass Fluggäste in Unkenntnis ihrer Rechte die von der Airline gestellten Bedingungen akzeptieren und auf Rückerstattungen unnötig verzichten.

Allerdings hat Ryanair seine AGB zum 06.09.2021 angepasst. Spätere Buchungen können den neueren AGB unterfallen. Diese sehen eine überarbeitete Rechtswahlklausel vor. Mit dieser versucht die Airline, Luftbeförderungsverträge mit Ryanair irischem Recht zu unterwerfen, unter dem sich Erstattungsansprüche leichter ausschließen lassen als nach deutschen Recht. Im Gegensatz zur alten Rechtswahlklausel wird die neue aktuell erst gerichtlich überprüft. Inzwischen liegen aber bereits diverse Urteile vor, die die Unwirksamkeit der neuen Regelungen bestätigen, unter anderem aus Nordrhein-Westfalen sowie von den Amtsgerichten in Nürnberg, Frankfurt am Main, Memmingen und Königs Wusterhausen (Flughafen BER) (Stand: 28.04.2022).

Mit weiteren Entscheidungen anderer Gerichte rechnen wir im Mai und Juni 2022. Voraussichtlich gelangen auch die Gerichte an den übrigen Flughafenstandorten zu der Einschätzung, dass die neu gefasste Rechtswahlklausel den Anforderungen der europarechtlichen Klausel-Richtlinie. Wir gehen insofern nach den bisherigen Entscheidungen davon aus, dass sämtliche zuständigen Gerichte bundesweit Ryanairs neue Rechtswahlklausel gleichermaßen für unwirksam erklären.

Bis zu einer richterlichen Bestätigung besteht jedoch noch keine Gewissheit, ob auch die Gerichte an den übrigen von Ryanair angeflogenen Flughafenstandorten verneinen, dass gesetzliche Erstattungsanspruch bei neueren Buchungen von Ryanair-Flügen möglicherweise vertraglich ausgeschlossen ist. Ausstehend sind hierbei insbesondere noch Urteile der Amtsgerichte Hamburg, Bühl und Simmern (Hunsrück), die über Erstattungsansprüche für stornierte Ryanair-Flüge von und zu den Flughäfen Hamburg, Airpark Baden und Frankfurt-Hahn entscheiden.

3. Sondererstattungskonditionen für Stornierungen wegen Krankheit oder Todes

Bei einem Todesfall im nahen familiären Umfeld des Reisenden, zeigt sich Ryanair sehr kundenfreundlich und erstattet den vollen Reisepreis auf Antrag und Nachweis (z.B. Vorlage einer Sterbeurkunde). Die Einzelheiten hierzu sind aber etwas ungenau geregelt: Leider widersprechen sich die Informationen auf der Homepage zu diesem Thema mit denen, die in den AGB der Airline dazu festgehalten sind.

Während auf der Homepage geschrieben steht, dass eine vollständige Erstattung dann möglich ist, wenn am Flugtag oder innerhalb der 28 Tage danach ein nahes Familienmitglied verstirbt, sagen die AGB nahezu das Gegenteil. Laut AGB ist eine Erstattung des Ticketpreises möglich, wenn innerhalb der 28 Tage vor Flugdatum ein Angehöriger verstirbt und der Reisende sobald wie möglich, aber auf jeden Fall vor dem geplanten Reisedatum seinen Antrag auf Erstattung stellt (Ziffer 10.3 Ryanair-AGB). Der Fluggast sollte sich an dieser Stelle an den AGB orientieren, da diese für die Vertragsbeziehung zur Airline maßgeblich sind, während die Hinweise auf der Homepage im Zweifel unverbindliche Auskünfte darstellen.

Im Vergleich zu anderen Fluggesellschaften fasst Ryanair den Kreis der „nahen Familienangehörigen“ recht weit, deren Todesfall zur Erstattung des Buchungspreises berechtigt. Neben Ehe- und Lebenspartnern, Eltern, Großeltern, Enkeln und Kindern unterfallen der Definition auch Schwiegereltern, Schwiegersöhne und -töchter sowie Stiefeltern und Stiefgeschwister. Enthalten muss der jeweilige Erstattungsantrag die Buchungsnummer, eine Bestätigung des Verwandtschaftsverhältnisses sowie die Kopie der Sterbeurkunde.

Ist es einem Reisenden selbst aufgrund einer schweren Erkrankung oder sogar seines eigenen Todes nicht möglich, seinen Flug wahrzunehmen, verfährt Ryanair nach dem Prinzip der Kulanz. Einen Rechtsanspruch auf eine Erstattung hat der Fluggast an dieser Stelle ausdrücklich nicht. Es liegt stattdessen im Ermessen der Airline, dem betreffenden Kunden sowie eventuellen Mitreisenden mit der gleichen Buchungsreferenz in solchen Fällen die vollständigen Ticketkosten zu erstatten. Alternativ behält es sich die Fluggesellschaft vor, nach Vorlage der entsprechenden Nachweisdokumente gebührenfreie Umbuchungen anzubieten. Das benötigte Antragsformular für die kulanzweise Erstattung finden Sie hier.

4. Spezialfall: Einreiseverbot oder Reisebeschränkung aufgrund der Corona-Pandemie

Wegen der Corona-Infektionslage herrschen in etlichen Staaten Einreiseverbote oder Beschränkungen für Passagiere aus anderen Ländern oder Regionen. Diese listet die Airline Ryanair auf ihrer Homepage tagesaktuell auf, sodass Kunden prüfen können, ob ihre Flugverbindungen betroffen sind.

Findet ein Flug auf einer von Beschränkungen beeinträchtigten Route dennoch planmäßig statt, bietet Ryanair keine besonderen Möglichkeiten zur Stornierung oder Erstattung. Im vergangenen Jahr 2020 konnten Reisende zwar bestimmte Flüge auch kurzfristig noch kostenfrei umbuchen. Ähnliche Regelungen oder Angebote für betroffene Flüge in den Jahren 2021 und 2022 sind der Webseite von Ryanair leider nicht zu entnehmen. Auch die Möglichkeit einer Umbuchung ohne Gebühren bestand nur zeitweise bei Buchungen vor dem 30.09.2021. Inzwischen gelten keine vergleichbaren Sonderkonditionen mehr (siehe dazu auch den Abschnitt bezüglich Umbuchungen).

Sofern Sie also nicht im Flexi-Plus Tarif gebucht haben, liegt es also nahe, dass Ihnen keine besonderen Umbuchungsoptionen offenstehen, wenn Ryanair einen Flug planmäßig durchführt und lediglich Sie individuell durch Reisebeschränkungen an einer Beförderung gehindert sind.

Storniert Ryanair einen Flug hingegen selbst oder verschiebt ihn auf einen anderen Zeitpunkt, kommt die Airline Kunden freiwillig entgegen. Tritt ein solcher Fall ein, werden Kunden per SMS benachrichtigt. Allerdings empfiehlt die Fluggesellschaft dringend, den Flugstatus der eigenen Verbindung über das Benutzerkonto online zu überprüfen. Sollte Ryanair einen Flug annullieren, stehen dem Passagier drei verschiedene Optionen zur Auswahl:

A. Kostenlose Umbuchung: Die erste Möglichkeit besteht im gebührenfreien Wechsel zu einem anderen Ryanair Flug mit einem anderen Abflugs- und Zielflughafen. Achtung: Differenzen der Buchungspreise müssen durch den Fluggast getragen werden, demnach kommt es ggf. zur Zahlung eines Aufpreises für den neuen Flug. Der Passagier kann über sein Benutzerkonto online umbuchen.

B. Gutschein: Alternativ stellt die Airline dem Reisenden einen zwölf Monate gültigen Gutschein in Höhe des Buchungspreises aus. Um die Frist zu wahren, muss man innerhalb von zwölf Monaten einen neuen Flug buchen und mit dem Gutschein bezahlen. Das Reisedatum dieses neuen Fluges darf aber durchaus später liegen, ohne dass dies die Einlösung des Gutscheins verhindert.

C. Rückerstattung des Buchungspreises: Die dritte Option bildet die monetäre Erstattung des vollständigen Flugpreises durch Ryanair. Für die Erstattung muss der Fluggast ein Formular ausfüllen. Anschließend bearbeitet die Airline die Anfrage.

Soweit kommt Ryanair dem Anspruch von Passagieren nach Artikel 8 der Fluggastrechte-Verordnung zumindest formal nach. Dieser besagt, dass Reisenden in einem Fall der Annullierung seitens der Airline auf jeden Fall eine Erstattung in bar zusteht. Einen Gutschein können die Passagiere stattdessen freiwillig annehmen, müssen sie aber nicht.

Erstattung bei Stornierung – wie setzt man den Anspruch durch?

Ryanair-Flug stornieren - Verfahren zur Umbuchung und Erstattung

Ist einmal geklärt, in welcher Höhe Steuern und Gebühren grundsätzlich für den eigenen Flug erstattungsfähig sind, bleibt die Folgefrage, auf welchem Weg man am ehesten eine vollständige Rückzahlung dieses Betrages erwirkt. Welche Möglichkeiten stehen dem Passagier also zur Durchsetzung des Anspruchs zur Verfügung? Denkbar sind drei Optionen:

  • eine Durchsetzung auf eigene Faust (dazu mehr unter 1.);
  • eine Rechtsverfolgung durch einen Anwalt (dazu mehr unter 2.);
  • die Verwertung Ihres Erstattungsanspruchs gegen eine Direktzahlung von einem Fluggastportal wie Ersatz-Pilot (dazu mehr unter 3.).

Nach Erläuterung der einzelnen drei Varianten stellen wir sie am Ende des Abschnitts in einem Beispielfall gegenüber (dazu mehr unter 4.).

1. Selbständige Durchsetzung gegenüber Ryanair

Um Ihre Erstattung einzufordern, können Sie sich natürlich selbst an Ryanair wenden, sobald Sie storniert oder Ihren Flug nicht angetreten haben. Das Online-Formular von Ryanair hilft dabei allerdings nicht weiter, weil es lediglich für die Rückerstattung der staatlichen Steuern abzüglich der Bearbeitungsgebühren vorgesehen ist. Das ist wie oben beschrieben meist nicht interessant, weil Sie damit nur einen kleinen Teil Ihres Anspruchs geltend machen, der durch die Bearbeitungsgebühr meist gänzlich aufgefressen wird.

Eine Aufforderung zur Rückzahlung aller Steuern und Gebühren im Ticketpreis ist aber möglich, indem Sie eine E-Mail an die Airline schicken. Dazu können Sie sich unten für Ihren Fall ein kostenloses Musterschreiben erstellen lassen.

Auch bei einer professionellen schriftlichen Aufforderung kommt es allerdings regelmäßig zu Schwierigkeiten. Denn Ryanair stellt unter Ziffer 4.2 der AGB eindeutig klar, dass außer in Sonderfällen Steuern und Gebühren nur in ganz geringem Umfang und nur gegen Bearbeitungsgebühr freiwillig erstattet werden. Eine einfache Anforderung der Rückerstattung bei der Airline reicht also meistens nicht aus.

Jedem Fluggast stehen daneben das Recht zu, in tiefere Auseinandersetzungen mit der Airline einzusteigen – per Mahnschreiben oder Klage. Da der zurück zu erstattende Buchungspreis in aller Regel unter 5.000€ liegt, kann ein Betroffener sogar ganz ohne Rechtsanwalt vor dem Amtsgericht klagen (§ 23 Nr. 1 GVG; §§ 78 Abs. 1, 79 Abs. 1 ZPO). Zuvor sollte der Passagier jedoch zunächst ein außergerichtliches Aufforderungsschreiben an die Airline schicken. Denn andernfalls kann es dazu kommen, dass der Betroffene selbst im Erfolgsfall die Prozesskosten tragen muss, weil die Klage begründet, aber grundlos ist (siehe § 93 ZPO).

Gemessen am Streitwert bedeutet ein Gerichtsverfahren auf eigene Faust aber unverhältnismäßige Mühen und Prozesskostenrisiken. Auch wenn man seine eigenen Forderungen ohne Anwalt geltend macht, muss man einen Gerichtskostenvorschuss von mindestens 114€ zahlen. Erstattet wird dieser Teil der Gerichtskosten umfassend jedoch nur dann, wenn man den Rechtsstreit gewinnt. Im Unterliegensfall ist man dagegen verpflichtet, sowohl die Gerichtskosten als auch die Anwaltskosten der Gegenseite zu zahlen. Schnell kommt also eine Summe von mehreren hundert Euro für die gesamten Prozesskosten zusammen.
Musterschreiben zur Ticketerstattung

2. Durchsetzung gegenüber Ryanair mit einem Anwalt

Mit Hilfe anwaltlicher Unterstützung steht der Passagier der Airline nicht mehr allein gegenüber. Die Einschaltung des Rechtsbeistandes reduziert die eigenen Mühen und erhöht die Erfolgsaussichten vor Gericht, da ein Rechtsanwalt das Verfahren in aller Regel professioneller betreibt als ein Nichtjurist.

Trotzdem ist Ihr anwaltlicher Vertreter auf Ihre Mitwirkung während des Verfahrens angewiesen, weil er den Sachverhalt natürlich nicht von vornherein kennt. Statt mit der Airline korrespondieren und telefonieren Sie also bei dieser Variante bis zu einem gewissen Grad mit Ihrem Anwalt und versorgen ihn mit Reiseunterlagen und sonstigen Nachweisen. Auch bei dieser Form der Rechtsverfolgung müssen Sie also mit einem gewissen Eigenaufwand rechnen.

Dem Grunde nach besteht bei Beauftragung eines Anwaltes ferner ein Kostenrisiko ähnlich wie bei der eigenständigen Durchsetzung. Bloß addieren sich zusätzlich die Ausgaben für den eigenen Anwalt hinzu, für die der stornierende Ryanair-Kunde in Vorleistung treten müsste. Auch diese werden lediglich bei einem Obsiegen gegen die Fluggesellschaft von jener getragen (§ 91 Abs. 2 ZPO).

Das Kostenrisiko erklärt sich ganz konkret folgendermaßen. Im Streit um die Erstattung von Steuern und Gebühren lässt Ryanair es fast immer auf ein Gerichtsverfahren ankommen. In diesem beruft sich die Airline jeweils auf etliche Bestimmungen ihrer AGB, die Ihren Erstattungsanspruch beschränken sollen. Zwar erklären zahlreiche deutsche Gerichte diese Klauseln inzwischen für unwirksam. Hier eine Auswahl:

  • Rechtswahlklausel: Es soll irisches Recht gelten, das einen Erstattungsanspruch laut Ryanair nicht vorsieht (Art. 2.4.1 der AGB). Unwirksam ist diese Regelung zumindest in der alten Fassung unter anderem laut Oberlandesgericht Köln, Beschluss vom 29. Januar 2021, Aktenzeichen I-9 U 184/20; Landgericht Köln, Teilurteil vom 17.07. 2020, Aktenzeichen 25 O 212/19, Landgericht Frankfurt/Main, Urteil vom 03.07.2020, Aktenzeichen 2-24 O 100/19, sowie Urteil vom 25.11.2021, Aktenzeichen 2-03 O 527/19; Amtsgericht Bühl, Urteil vom 11.11.2019, Aktenzeichen 2 C 106/19). Und auch die seit 6.9.2021 geltende neue Rechtswahlklausel Ryanairs erklären diverse Amtsgerichte inzwischen für unwirksam.
  • Gerichtsstandsklausel: Grundsätzlich ist es nur zulässig, Ansprüche gegen Ryanair vor irischen Gerichten geltend zu machen. Laut Urteil des Bundesgerichtshofs vom 12.5.2020, X ZR 10/19, und Urteil des Europäischen Gerichtshofs vom 18.11.2020, C-519/19, sind gleichwohl die Gerichte am Ort des Start- und Zielflughafens für Klagen wegen Erstattungsansprüchen zuständig.
  • Ausschluss einer Erstattung von Gebühren (Art. 4.2.1 Absatz 2 der AGB). Nach der Rechtsprechung ist dagegen eine Erstattung sowohl der Steuern als auch der Gebühren vorgesehen (siehe zum Beispiel Oberlandesgericht Düsseldorf, Urteil vom 23.07.2020, Aktenzeichen 16 U 99/20; Amtsgericht Frankfurt, Urteil vom 25.11.2021, Aktenzeichen 30 C 2274/21 (25)).
  • Verwaltungsgebühr: Für die Bearbeitung einer Erstattungsanfrage fallen 20€ pro Person und Flug an (Art. 4.2.1 Absatz 3 Satz 2 der AGB). Derartig hohe Bearbeitungsgebühren lassen sich jedoch ebenfalls nicht wirksam per AGB vereinbaren (siehe zum Beispiel Kammergericht, Urteil vom 12.08.2014, Aktenzeichen 5 U 2/12; BGH, Beschluss vom 21. April 2016, Aktenzeichen I ZR 220/14).
  • Ausschlussfrist und Formzwang: Erstattungsansprüche können nur binnen eines Monats nach Flugdatum geltend gemacht werden und zwar nur schriftlich – das heißt per Brief mit Ihrer Unterschrift (vgl. § 126 BGB). Eine solche Regelung ist gleichwohl bereits nach § 309 Nr. 13 BGB unwirksam (siehe auch Oberlandesgericht Köln, Beschluss vom 29. Januar 2021, Aktenzeichen I-9 U 184/20).

Allerdings ändert Ryanair seine AGB laufend. Dann ist die Rechtsprechung von Neuem gefragt, die aktuelle Fassung einer Inhaltskontrolle zu unterziehen und Klausel für Klausel zu beurteilen, ob diese wiederum unwirksam sind. Wer als Rechtsanwalt nicht laufend derartige Rechtsstreite führt, hat mitunter Schwierigkeiten hier den Überblick zu behalten. Das aber wirkt sich unmittelbar auf die Erfolgschancen im Prozess aus. Denn die Rechtsanwälte von Ryanair erwidern auf eine Klage typischerweise mit wuchtigen 20-seitigen Schriftsätzen voller Einwände. Diese lassen sich zwar mit beharrlicher Gegenargumentation entkräften. Das zeigen die vielen zitierten Gerichtsentscheidungen gegen die Airline. Ohne den entsprechenden Aufwand gelingt es aus unserer Erfahrung aber nicht unbedingt, den zuständigen Richter zu überzeugen.

Wer über eine Rechtsschutzversicherung verfügt, kann seine Verfahrenskosten zwar immerhin decken lassen. Allerdings enthalten fast alle Tarife eine Selbstbeteiligung. Auch rechtsschutzversicherte Betroffene träfe das Prozesskostenrisiko somit zumindest teilweise. Bis zu einer bestimmten Höhe müssten auch sie im Unterliegensfall die Anwalts- und Gerichtskosten übernehmen.

3. Durchsetzung mit Hilfe eines Fluggastportals

Bei beiden eben genannten Varianten verbleibt neben dem Kostenrisiko bis zum Schluss die Ungewissheit, ob man als Passagier am Ende seine Erstattung in der vollen beanspruchbaren Höhe erhält.

Eine bequeme, sichere und effiziente Alternative, um Geld für seinen stornierten Flug zurückzuerhalten, bietet unser Fluggastportal. Wir kaufen Betroffenen ihre Forderungen auf anteilige Rückerstattung des Ticketpreises ab und setzen sie auf eigene Kosten durch. Für jeden Erstattungsanspruch leisten wir Reisenden Direktzahlungen von 80-83% des Betrages, der ihnen jeweils als Ryanair Kunde zusteht. Verdeckte Nebenkosten oder nachträgliche Gebühren gibt es nicht. Für die genannten Konditionen erhalten wir übrigens regelmäßig Bestnoten in Tests von Vergleichsportalen. Das Feedback unserer Kunden auf Trustpilot bestätigt diese positive Einschätzung.

Damit sind wir einer von wenigen Online-Anbietern auf dem Markt, die eine direkte Ticketerstattung leisten, wenn ein Reisender seinen Flug selbst storniert. Andere bekannte Portale wie Flightright und Airhelp helfen dagegen mit Ticketerstattungen nur, wenn die Airline einen Flug annulliert. Im Vergleich zu anderen Fluggastportalen mit einem ähnlichen Dienst wie unserem berechnen wir laut Testberichten im Übrigen die geringste Provision und leisten die höchsten Auszahlungsbeträge.

Unsere Soforterstattungen ersparen Nutzern unseres Dienstes ein unverhältnismäßiges Kostenrisiko der Durchsetzung und einen eigenen Zeit- und Arbeitsaufwand. Zusatzkosten wie Gerichtsgebühren und Anwaltshonorare entfallen. Stattdessen erhält der stornierende Ryanair Kunde sofort seine anteilige Rückerstattung abzüglich einer überschaubaren und fest definierten Provision von 17-20% inklusive Mehrwertsteuer, wenn die Online-Prüfung seines Falles positiv ausfällt. Wohlgemerkt: Die Gutschrift beim Betroffenen folgt bereits 1-3 Tage nach Antragstellung.
Kostenlos Direkterstattung prüfen

Beachten Sie dabei, dass unser Service gegenwärtig für neue Buchungen mit Start- und Zielflughäfen in Hamburg, Stuttgart und Dresden aus der Zeit nach der Änderung von Ryanairs AGB vorübergehend nur eingeschränkt zur Verfügung steht. Weil die Airline ihre Klauseln zum Ausschluss des Erstattungsanspruchs im Herbst 2021 neu gefasst hat, läuft deren Überprüfung durch diejenigen Gerichte noch, die für die genannten vier Flughafenstandorte zuständig sind. Nur die zuständigen Gerichte in NRW, Bayern, Bremen, Hessen, Rheinland-Pfalz, Baden, Berlin und Brandenburg haben bereits Urteile erlassen und entschieden, dass Ryanairs neue AGB Erstattungsansprüche deutscher Flugreisender nicht wirksam beschränken. Zwar erwarten wir, dass auch die übrigen deutschen Gerichte die neuen Klauseln wie schon die früheren vertraglichen Regelungen der Airline zeitnah für unwirksam erklären.

Bis zur Klärung im Mai und Juni 2022 können wir allerdings bei neueren Buchungen im Winter 2021/2022 keine Auszahlungen anbieten, wenn der Start- oder Zielflughafen Ihrer Reise nicht in Nordrhein-Westfalen, Berlin, Brandenburg, Hessen, Bayern, Baden oder Rheinland-Pfalz liegt. Sollte Ihr Flug dagegen an einem der gelisteten Standorte starten oder landen, sind Direkterstattungen durch uns bereits wieder uneingeschränkt möglich.

Die Wartezeit bis zur Erstattung stornierter Ryanair-Flüge, die andernorts starten und landen, hat folgenden Grund. Sie hilft, die nötige Gewissheit zu erlangen, dass sich Erstattungsansprüche auch bei neueren Buchungen von Ryanair-Flügen tatsächlich durchsetzen lassen. So müssen wir unseren Kunden keine übermäßigen Risikoabschläge zumuten, sondern können stattdessen nach einer kurzen Unterbrechung damit fortfahren, möglichst hohe Erstattungsbeträge auszuzahlen und nur geringe Bearbeitungsgebühren einzubehalten.

4. Beispielfall zur Stornierung bei Ryanair: Ihr Anspruch mit und ohne Fluggastportal

In diesem Abschnitt rechnen wir beispielhaft für Sie durch, wie hoch die Zahlung der erstattungsfähigen Anteile bei den einzelnen Varianten zur Durchsetzung des Anspruchs ausfällt. Dies soll Ihnen einen praktischen Eindruck vermitteln, wie viel von Ihrem Ticketpreis Sie bei Stornierung typischer Ryanair-Flüge zurückverlangen können. Ein weiteres Beispiel zu den Alternativen beim Einfordern der Ticketerstattung im Videoformat finden Sie unter dem Link. Möchten Sie den Erstattungsbetrag für eine andere Flugverbindung prüfen, hilft Ihnen unser Entschädigungsrechner kostenlos und unverbindlich.

Wir betrachten an dieser Stelle exemplarisch den Ryanair-Flug vom Flughafen Berlin Brandenburg (BER) nach London Stansted (STN) am 14.05.2022 sowie den Rückflug am 21.05.2022. Der Gesamtpreis der Flugtickets für zwei Passagiere im Regular-Tarif betrug bei unserer Probebuchung 180,66€ (90,33€ pro Person).

Ryanair Steuern und Gebühren Beispielbuchung 2022

Variante 1: Stornierung / Nichterscheinen zum Flug, Erstattungsantrag bei Ryanair

Sie treten Ihre Flugreise mit Ryanair nicht an und stellen online auf der Homepage der Airline den Antrag auf Rückzahlung des im Ticketpreis enthaltenen Betrages für staatliche Steuern:

Leider beträgt Ryanairs Gebühr zur Bearbeitung Ihres Antrages 20€ pro Person und Flug, hier also bei 2 Passagieren mit je einem Hin- und Rückflug 80€. Diese Bearbeitungsgebühren liegen fast immer über der Höhe der auf einer Flugstrecke anfallenden Steuern – so auch im Beispiel. Hier unterschreiten die erstattungsfähigen 12,77€ Luftverkehrssteuer pro Passagier für den Hinflug und die £13 Air Passenger Duty pro Passagier für den Rückflug jeweils die von Ryanair angesetzte Bearbeitungsgebühr von 20€ pro Person und Flug deutlich. Daher erhalten Sie unterm Strich keine Rückzahlung von der Fluggesellschaft:

= 0€ Rückerstattung des Ticketpreises

Variante 2: Durchsetzung der Forderung über Ersatz-Pilot

Entscheiden Sie sich gegen eine direkte Klärung mit der Airline oder verweigert Ryanair Ihnen eine Erstattung, haben Sie die Möglichkeit, für Ihre Rückforderung der Steuern und Gebühren stattdessen eine Direkterstattung bei Ersatz-Pilot zu beantragen.

Um den Erstattungsbetrag zu ermitteln, addiert Ersatz-Pilots Entschädigungsrechner nach Eingabe der Flugdaten zunächst automatisch nicht bloß alle Steuern, sondern auch alle erstattungsfähigen Gebühren. Dieser Schritt ist kostenlos und unverbindlich. Im Beispielfall ergeben sich pro Passagier jeweils folgende Steuern und Gebühren:

12,77€ Luftverkehrssteuer (Deutschland) gemäß Luftverkehrsteuer-Absenkungsverordnung 2022

7,13€ Flughafengebühr für die Abfertigung am Flughafen Berlin Brandenburg gemäß Entgeltordnung 2022

9,86€ Gebühren für die Sicherheitskontrolle am Flughafen Berlin Brandenburg

0,89€ PRM-Umlage (Flughafen Berlin Brandenburg) gemäß Entgeltordnung 2022

0,50€ Fluglärmgebühr (Flughafen Berlin Brandenburg) gemäß Entgeltordnung 2022

£13 Air Passenger Duty / ~14,30€ Luftverkehrabgabe (Großbritannien)

£12.52 / ~13,77€ Flughafengebühr für die Abfertigung am Flughafen London Stansted gemäß Entgeltordnung 2021/2022

£0.48 / ~0,53€ PRM-Umlage (Flughafen London Stansted) gemäß Entgeltordnung 2021/2022

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Zählt man die Einzelwerte zusammen, ergibt sich also ein erstattungsfähiger Betrag von 59,75 € pro Passagier. Da im Beispielfall Flüge für zwei Passagiere storniert werden, summieren sich die erstattbaren Steuern und Gebühren insgesamt auf das Doppelte, das heißt auf 119,50 €. Davon zieht Ersatz-Pilot eine Provision von 20% inklusive Mehrwertsteuer ab, also einen Betrag von 23,90€. Daneben berechnet Ersatz-Pilot keine versteckten Zusatzgebühren. Es kommt zu keinen weiteren Abzügen. Ausgezahlt wird dem stornierenden Ryanair-Passagier unterm Strich eine Erstattung von

95,60€ pro Person sofort und ohne Risiko.

Diese Rückerstattung lohnt sich erkennbar eher, als sich mit den Rückerstattungsmöglichkeiten zufrieden zu geben, die Ryanair freiwillig in Aussicht stellt.

Übrigens: Wenn der Betroffene sich im Beispielfall entschließen würde, seinen Anspruch selbst durchzusetzen, könnte er zwar potenziell den gesamten erstattungsfähigen Betrag von 119,75€ abzugsfrei vereinnahmen. Dafür müsste er die Forderung aber auf eigene Faust gegen die Fluggesellschaft durchsetzen, trüge das Prozessrisiko und hätte selbst den Aufwand eines mehrmonatigen Rechtsstreits, der in aller Regel vor Gericht ausgetragen werden muss. Ob einem die Chance auf weitere ca. 23,90€ dies wert ist, muss jeder für sich beurteilen.

Kostenloses Musterschreiben zur eigenen Durchsetzung der Ticketerstattung

Über das folgende Formular können Sie sich kostenlos und unverbindlich ein Musterschreiben generieren lassen, um Ryanair zur Zahlung der Ticketerstattung an Sie aufzufordern. Sie erhalten nach dem Ausfüllen eine E-Mail mit Erläuterungen zur Verwendung des Musters und den Kontaktdaten der Airline.

Sind Sie sich unsicher, wie hoch die erstattungsfähigen Steuern und Gebühren bei Ihrem stornierten Flug ausfallen, können Sie dies über unseren Entschädigungsrechner kostenlos ermitteln.

Generator für Mahnschreiben zur Erstattung von Steuern & Gebühren

Fragen und Antworten zur Stornierung eines Fluges mit Ryanair

Alle Buchungsänderungen sollen laut Ryanair über das Benutzerkonto erfolgen, das online für die Buchung des Tickets angelegt wurde. Nach dem Login mit Ihren Benutzerdaten können Sie die Flugdaten unkompliziert ändern. Telefonische Umbuchungen über die Servicehotline sind ausdrücklich nicht möglich.

Bis 2,5 Stunden vor Flugantritt und unter der Bedingung, dass Sie noch nicht eingecheckt haben, können Sie Ihren Ryanair Flug umbuchen. Dazu loggen Sie sich auf der Homepage der Fluggesellschaft in Ihr Benutzerkonto ein. Alternativ können Sie Ihre Buchungsdaten aufrufen, indem Sie unter dem Menüpunkt „Buchung“ Ihre Buchungsnummer und Ihre E-Mail-Adresse eingeben. Unter „Buchung verwalten“ ist es anschließend möglich, beispielsweise Flugdatum, Uhrzeit und Strecke eines gebuchten Fluges zu ändern. Bitte achten Sie darauf, dass Umbuchungen bei Ryanair gebührenpflichtig sind. Die Höhe der Gebühren variiert. Mehr Informationen finden Sie in unserem Gesamtüberblick zu Stornierungen bei Ryanair.

Streicht Ryanair einen Flug aufgrund einer Reisewarnung, erhält der Passagier nach seiner Wahl einen Reisegutschein in der Höhe des Ticketpreises mit einer Gültigkeit von zwölf Monaten, kann seinen Flug kostenfrei umbuchen oder bekommt den Buchungspreis in bar rückerstattet – so zumindest das offizielle Versprechen. Findet der Flug jedoch planmäßig statt, ist eine Stornierung bei Ryanair nicht möglich. Nähere Ausführungen zur Möglichkeit einer Erstattung des Ticketpreises finden sich in unserem Artikel.

Annulliert Ryanair aufgrund der Corona-Situation einen Flug, bietet die Airline ihren Passagieren drei Optionen an: Erstens können Reisende ihren Flug kostenfrei umbuchen. Zweitens ist es möglich, von Ryanair einen 12 Monate gültigen Reisegutschein über den ursprünglichen Buchungspreis zu erhalten. Drittens kann der Fluggast die anteilige Erstattung seines Ticketpreises beantragen. Nähere Informationen, auch zur Variante einer Gelderstattung, enthält der Artikel.

Ryanair empfiehlt Fluggästen den Abschluss einer Reiseversicherung, um sich vor Zusatzkosten einer kurzfristig erforderlichen Umbuchung und anderen Reiserisiken zu schützen. Die Airline bietet drei in ihrem Umfang verschiedene Tarife an, die der Passagier bei Buchung seines Tickets mit abschließen kann und die in unterschiedlichem Maße flexible Umbuchungen gestatten.

Ryanair empfiehlt die Nutzung des Benutzerkontos oder den Aufruf der Buchung durch Eingabe der Buchungsnummer auf der Homepage für alle die Buchung betreffenden Vorgänge. Außerdem steht Kunden, die Hilfe benötigen, auf Ryanairs Webseite ein Chat zur Verfügung. Die kostenpflichtige Servicehotline ist ansonsten für Deutschland unter folgender Rufnummer erreichbar: 0180 667 7888. Doch Achtung: Sie ist lediglich für die Belange von Personen zuständig, die am Flughafen Hilfeleistungen aufgrund persönlicher Einschränkungen benötigen. Weitere Anfragen werden nicht bearbeitet. Für weniger eilige Anliegen bittet Ryanair, das Kontaktformular auf der Homepage zu nutzen. Weitere Infos finden Sie dazu im Artikel.

Angaben zur Autorin

Dieser Beitrag wurde erstellt von Laura Held und ist am 20. März 2021 publiziert worden. Aktualisiert wurde der Artikel zuletzt am 28.04.2022. Laura Held studierte BWL, erwarb 2020 ihren Master-Abschluss und verstärkt seit März 2021 das Team von Ersatz-Pilot (mehr Infos zu ihrem CV im LinkedIn-Profil). Die Online-Redaktion unseres Fluggastportals unterstützt sie gelegentlich mit Abhandlungen zu reisebezogenen Themen.