Welche Fluggastrechte haben Reisende bei Ausfall oder Verspätung?

Bei Ausfall oder Verspätung eines Fluges mit Start oder Ziel in der EU gewährt die FluggastrechteVO Reisenden gleich mehrere Fluggastrechte. Wir stellen hier einmal gebündelt die wichtigsten vor, um Fluggästen einen Überblick zu verschaffen.

Fluggastrechte auf monetäre Leistungen

Ersatzpauschale (Art. 7 FluggastrechteVO)

Das bekannteste und begehrteste Passagierrecht der FluggastrechteVO ist unbestreitbar der Anspruch auf eine pauschale Ausgleichsleistung. Er entsteht bei

  • Beförderungsverweigerung (z.B. wegen Überbuchungbuchung),
  • Verspätungen von über drei Stunden,
  • geringfügigeren Verspätungen, wegen denen aber der Anschlussflug verpasst wird, sowie
  • Flugausfällen, die erst weniger als zwei Wochen vor Abflug angekündigt werden und dazu führen, dass ein Passagier frühestens zwei Stunden nach der planmäßigen Ankunftszeit den Zielflughafen erreicht.

Hier ergibt sich für betroffene Fluggäste unter gewissen Voraussetzungen jeweils der Anspruch auf eine Entschädigung in pauschaler Höhe. Diese muss das ausführende Luftfahrtunternehmen leisten. Für die Fluggesellschaften geht dies mit besonders hohen Kosten einher. Aus diesem Grund kommt es häufig dazu, dass sie eine Auszahlung hinauszögern oder sogar durchweg außergerichtlich ablehnen. Aus diesem Grund stellt Ersatz-Pilot Fluggästen für ihren Entschädigungsanspruch eine Direktzahlung zur Verfügung. Weitere Informationen zu diesem Service erhalten Sie hier.

Weitergehender Schadensersatzanspruch (Art. 12 FluggastrechteVO)

Wie die FluggastrechteVO klarstellt, ersetzt die Ausgleichspauschale keineswegs weiterführende Schadensersatzansprüche. Diese kann ein Fluggast gesondert geltend machen. Entsteht ihm wegen einer von der Airline zu vertretenden Flugunregelmäßigkeit ein konkret quantifizierbarer Schaden, kommt eine Entschädigung nach allgemeinen schuldrechtlichen Regeln in Betracht. Zudem normieren die §§ 651a ff. BGB besondere Ersatzansprüche bei Pauschalreisen.

Wer also einen genau bezifferbaren Schaden erleidet und hierüber Nachweis führen kann, sollte entsprechende Kompensationsmöglichkeiten genauer prüfen.

Fluggastrechte auf Sachleistungen

Um Fluggästen für entstandene Unannehmlichkeiten abzuhelfen, genügt es für die ausführende Fluggesellschaft jedoch nicht, bloß eine Ausgleichszahlung zu leisten. Hinzu kommen mehrere Sachleistungen, die Fluggastrechte Reisenden bei Flugunregelmäßigkeiten einräumen.

Ersatzbeförderung (Art. 8 FluggastrechteVO)

Bei Flugausfällen und Nichtbeförderung bleibt die Airline dazu verpflichtet, die gebuchten Passagiere zu befördern. Selbst wenn dies nicht pünktlich gelingt, muss die Fluggesellschaft in jedem Fall den Transfer nachholen.

Entscheidet sich der Fluggast, selbst eine Alternative zu buchen oder auf die Beförderung zu verzichten, kann er wahlweise auch die Rückerstattung des Ticketpreises verlangen. Dies gilt ebenso bei Verspätungen, sobald diese über fünf Stunden andauern.

Verpflegung und Hotelübernachtungen (Art. 9 FluggastrechteVO)

Verzögert sich die Reise infolge einer Flugunregelmäßigkeit gegenüber der planmäßigen Ankunft um über zwei Stunden, schuldet die Fluggesellschaft darüber hinaus kostenlose Mahlzeiten und Getränke. Gelingt die Beförderung zum Endziel erst am Folgetag des geplanten Ankunftsdatums, trifft die Airline darüber hinaus die Pflicht, den betroffenen Fluggästen die erforderliche Hotelübernachtung zu bezahlen. Das gleiche gilt für die Kosten der Transfers zwischen Hotel und Flughafen.

Zu beachten ist hierbei, dass die Fluggesellschaft zunächst dazu verpflichtet wird, die Sachleistungen selbst zu erbringen und nicht Leistungen Dritter zu bezahlen. Für Fluggäste bedeutet das, dass sie ihre Ansprüche zunächst gegenüber der Airline geltend machen müssen. Erst wenn diese eine Leistung verweigert, dürfen sie sich selbst Verpflegung kaufen, ein Hotel buchen und die Kosten hierfür der Airline in Rechnung stellen.